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Forschungsprojekt

Detailaufnahme von Stoffballen aus der Sammlung Peth des LVR-Industriemuseums
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Sammlung Peth des LVR-Industriemuseums

Das LVR-Industriemuseum untersuchte in einem außergewöhnlichen Forschungsvorhaben die Alltagskleidung der Menschen, Trage- und Konsumgewohnheiten, die Verfügbarkeit von Kleidung und Mode sowie deren Herstellung in der Zeit des Nationalsozialismus. In Kooperation mit der Philipps-Universität Marburg, Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, entstand so das Forschungsprojekt "Soziokulturelle Untersuchungen zur Bekleidungsgeschichte der 1930er/40er Jahre", das seit 2010 mit finanzieller Hilfe der VolkswagenStiftung realisiert wurde. Die Sonderausstellung "Glanz und Grauen - Mode im Dritten Reich" ist das sichtbare Ergebnis.

Blick in die Sammlung Peth im Zentraldepot des Museums
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Sammlung Peth im Zentraldepot des LVR-Industriemuseums in Oberhausen

In welchem Maß prägte das NS-Regime mit seinen Ideologien und seiner Politik den Modestil und das Kleidungsverhalten? Dies war eine der Hauptfragen, die sich das Projektteam um Museums- und Projektleiterin Claudia Gottfried stellte. Behandelt wurde damit ein Thema, das bislang ein Schattendasein führte. Wurden bereits viele Aspekte des Alltagslebens während der NS-Zeit systematisch untersucht und ausgestellt, so blieb das Interesse für Kleidung vergleichsweise gering. Das Projekt bot die Gelegenheit, dieses Desiderat wenigstens teilweise zu beheben. Um die letzten noch lebenden Zeitzeugen sprechen und zu ihrem Kleidungsverhalten befragen zu können, wurde es zu diesem Zeitpunkt durchgeführt.

Historisches Schwarz-Weiß-Foto einer jungen Frau in einer Sommerbluse
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Junge Frau in Sommerbluse, späte 1930er Jahre

Diverse in der Literatur sowie in Spiel- und Dokumentarfilmen immer wieder vermittelte Stereotype über diese Epoche in Hinblick auf das Kleidungs- und Modeverhalten und damit den Alltag wurden kritisch hinterfragt. Dafür wurden sowohl spezifische Kleidungsstücke untersucht als auch objektbasierte Befragungen von Zeitzeugen durchgeführt. Für beide war der Ausgangspunkt die umfangreiche Sammlung alltagskultureller Textilien des Museums, in der sich mehr als 500 Kleidungsstücke und Accessoires aus den 1930er und 1940er Jahren befinden sowie Zeitschriften, Fotos etc., die die Bestände zur Mode und Konsumgeschichte ergänzen. Dazu kommen viele private Spenden von Ratinger Bürgerinnen und Bürgern.

"Glanz und Grauen - Mode im Dritten Reich" zeigt die wichtigsten Erkenntnisse der Forschungsarbeit.